Schwarze Pädagogik funktioniert

Wenn ich eines gelernt habe – in meinem Leben mit traumatisierten Kindern – dann das, daß schwarze Pädagogik funktioniert. Zuverlässig, beständig und konsequent. Sogar noch viele Jahre nachdem sie beendet wurde.
Wenn ich will, dass ein Kind die eigenen Bedürfnisse hinten anstellt, ist es ein sehr probates Mittel, ihm klar zu machen, dass diese Bedürfnisse nicht zählen. Mit der nötigen Härte durchgeführt wirken diese Verhaltensregeln auch noch Jahre später – vereinzelt sogar Jahrzehnte.
Glauben sie mir, es ist möglich, einem Kind zu vermitteln, dass der eigene Wille, der eigene Wunsch, ja sogar der eigene Geschmack nicht existent sind. Und sie brauchen mindestens doppelt soviel Zeit, ihnen wieder beizubringen, diese Bedürfnisse wieder zu spüren.

Ich bin kein Verfechter des Freerange Parenting oder ähnlicher erzieherischer Möglichkeiten. Und Grenzen sind und bleiben wichtig für Kinder. Diese durchzusetzen bedarf es Kraft, Ausdauer und Begleitung. Sie durch schwarze Pädagogik durchzusetzen bringt Erfolg. Das Kind reagiert so, wie es der Pädagoge wünscht.

Doch zu welchem Preis? Die Beziehung zwischen Pädagoge und Kind wird geschädigt, wenn nicht sogar zerstört. Die Kinder erfahren nicht, dass sie  selbstwirksam sind. Sie handeln nicht, weil sie es wollen, sondern aus Angst vor Strafe. Und diese Angst begleitet sie, ihr Leben lang.

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