Weihnachtsrezept

Weihnachten bedeutet auch immer ein besonderes Essen.

In unserer Familie ist es ein Rezept mit reichlich Tradition. Ich denke, schon meine Ur-Ur-Oma wird es gekocht haben.

Es handelt sich um gekochte Schlesische Weisswürste, mit sehr sauerem Sauerkraut, sehr salzigen Salzkartoffeln und einer Soße aus Pfefferkuchen, Bier und Nüssen.

Wie bereitet man die Soße?

Man benötigt:

Wurzelgemüse: Pastinake, Petersilienwurzel, Sellerie und Möhren.

1-2 Flaschen möglichst herbes Bier, gemahlenen Fischpfefferkuchen, 250 gr, 1 große Zwiebel. 2 Löffel Salz, 60gr Butter, 3 Löffel Mehl, 3-4 Löffel Zucker, 3-5 Löffel Weißwein Essig, Gewürze: Lorbeer, Wacholderbeeren, Pfefferkörner

Wallnüsse, gestiftete Mandeln und Rosinen

Wurzelgemüse in kleine Würfel – in Topf gut mit Wasser bedecken und Gwmüsesud kochen. Gemüsesud von Wurzelgemüse trennen. Ca 150 gr Gemüsewürfel aufbewahren.

Butter bräunen und Mehlschwitze erstellen

Mit Gemüsesud ablöschen.

Ca 1/4 Liter Bier, Gewürze, Salz, Essig, Zucker und Fischpfefferkuchen dazugeben.

Langsam ziehen lassen. Das Ergebnis sollte eine sehr sämige Soße sein.

Nun die Handvoll Wallnüsse grob hacken, Mandeln, Wurzelgemüsewürfel und Rosinen nach Geschmack hinzugeben.

Die Soße sollte nun mindestens 3 Tage kühl stehen, um die Gewürze aufzunehmen.

Weihnachten müssen dann nur noch das Sauerkraut und die Salzkartoffeln gekocht werden. Die Weisswürste benötigen ca 20-30 min, um in heißem, nicht kochenden Wasser gar zu ziehen.

Die Soße unter ständigem Rühren langsam erhitzen. Und mit Zucker, Bier, Salz und ev. Essig noch einmal abschmecken.

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Von Sandwesten …

Es tut mir sehr leid, dass gerade Menschen, denen Individualität sehr wichtig ist, scheinbar nicht in der Lage sind, individuelle Pädagogik in letzter Konsequenz zu verstehen.

Gerade macht im Bereich der Autismusszene ein Vorstoß einer Lehrerin die Runde, die für ihre Klasse Sandwesten zur Verfügung gestellt hat. zum Beispiel hier Scheinbar eine tolle Idee. Natürlich regt sich gegen diesen Vorschlag Widerstand, zum Beispiel hier.

Auch ich kritisiere diese Idee. Warum?

Zum einen aus eigener Erfahrung. In der ehemaligen Schule eines meiner Kinder wurden diese Westen – ohne Mitteilung an die Eltern, ausprobiert. Aufgrund einer Fortbildung einer Lehrerin wurden mal eben 10 Westen besorgt und wer wollte, konnte sie verwenden. Und genau hier sehe ich die Gefahr. Die Sandwesten sind ein  therapeutisches Hilfsmittel, dessen Wirksamkeit bisher noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist. Aber um diesen wissenschaftlichen Nachweis geht es mir gar nicht.

Das Problem ist, dass es Kinder gibt, für die diese Westen nicht gut sind. Ja, es kann durchaus sein, dass es Kinder gibt, zum Beispiel mit Autismus oder ADHS, die eine positive Wirkung zeigen. Auch eines meiner Kinder braucht häufig künstliche Begrenzung, um sich zu spüren. Der Versuch der Lehrerin ging jedoch völlig schief. Gruppendruck und das „gute Zureden“ der Lehrerin führte dazu, dass Kid3 die Weste ausprobierte, ohne das wir als Eltern von dem Vorgehen informiert waren. Das Ergebnis mündete in eine völlige Überreaktion des Kindes, dessen Ursprung wir – aufgrund des Nichtwissens – mühevoll rekonstruieren mussten.

Zum anderen deshalb, weil nichts schlimmer ist, als eine Methoden als Werkzeug unreflektiert anzuwenden. Jedes Kind – nicht nur ein autistisches – ist anders. Wenn für eines der Kinder eine Sandweste gut ist, muß dies lange nicht für alle gelten. Die Gruppendynamik in einer Klasse ist stärker, als wir als Eltern dies erahnen.
Meine Kinder können teilweise nicht einschlafen, ohne recht laut Musik zu hören oder ohne dass das Zimmer hell erleuchtet ist. Ich würde nicht auf die Idee kommen, es als Standard für alle Kinder vor zu schlagen. Aber um solche oder ähnliche Maßnahmen mit dem Kind zu erarbeiten benötigt es eines Vertrauensverhältnis, welches gerade in Schule nur selten anzutreffen ist, selbst wenn Lehrer sich darum bemühen.

Also zurück zur Sandweste: Die Symptome hyperaktiv, sich nicht spüren können, scheinbar keine Grenzen zu haben sind schnell beobachtet und schnell scheint die Ursache für die Symptome gefunden. Aber die Symptome zeigen sich genauso bspw. bei traumatisierten Kindern. Der Ursprung ihrer Übererregung liegt vor allem in ihrer  Überwachsamkeit, in ihrer ständigen Fluchtbereitschaft. Diese Fluchtbereitschaft zu unterbinden, oder diese ihnen auch nur zu erschweren, ist für diese Kinder reinste Folter. Auch diese Kinder spüren sich nicht und es ist sinnvoll, mit ihnen an ihrem Körpergefühl zu arbeiten. Aber eben nicht mit Sandwesten.

Ich glaube, dass die Sandwesten sinnvoll sind. Ich glaube, dass sie sinnvoll eingesetzt Kindern helfen, sich zu spüren. Ich glaube, dass sie auch in Schulen ihren Einsatz finden können. Ich glaube, dass sie für Schüler leicht zugänglich sein sollten. Ich glaube aber nicht, dass sie zur Standardausstattung von Klassenräumen gehören sollten. Ich glaube, dass sie vernünftig auf jedes Kind angepasst werden sollten – übrigens auch aus gesundheitlichen Gründen. Aber dies geht nur, wenn Eltern informiert sind, dass sie angewendet werden. Und wenn möglich sollte ein Therapeut gemeinsam mit den Eltern und den Kindern auf die Spurensuche nach dem Ursprung der Übererregung gehen.

Ich kenne keine therapeutische Methode, die unreflektiert als Standard verwendet werden sollte, sondern sie machen nur Sinn, wenn sie gezielt eingesetzt werden.