Bin ich ein guter Vater

Die gute feierSun hat in ihrem Blog einen schönen Artikel dazu geschrieben, dass sie sich manchmal als schlechte Mom fühlt, weil es Tage gibt, an denen alles schief läuft, sie schlecht gelaunt ist. Reichlich verkürzt ausgedrückt.

Wie einige wissen, lebe ich mit Kindern zusammen, die mir erklären können, was schlechte Eltern sind. Und da geht es um ganz andere Dinge.

Liebe feierSun, sag mal, wo soll Dein Kind lernen, dass Menschen auch mal schlechte Laune haben können? Dass man sich auch mal streiten darf? Dass im Leben auch manchmal etwas schief geht?

Und das alles, ohne dass das Gefühl zwischen Euch in Frage gestellt wird. Ohne dass die Beziehung zerstört ist!

Das kann ein Kind nur im gesicherten Rahmen der Familie erlernen. Im Gegenteil sind es die Eltern, die endlose Geduld zeigen die, die ich als anstrengend empfinde, die – weil sie glauben es würde ihren Kindern schaden – ihre Gefühlsregungen ständig unter Kontrolle haben. Ihre Kinder werden auf schlecht gelaunte Menschen treffen und dann keinen Weg haben, mit den entstehenden Gefühlen um zu gehen.

Bin ich trotzdem ein schlechter Vater? Klar, einer der schlechtesten. Weil ich manchmal nicht in der Lage bin, vollständig konsequent in meinem Handeln zu sein. Weil es Situationen gibt, wo ich mich vor meine Kinder stellen sollte, es aber nicht schaffe, weil ich Konsequenzen, die sich daraus ergeben nicht zu tragen bereit bin. Weil es mir manchmal passiert, dass ich die Nöte meiner Kinder nicht sehe und erst im Nachhinein verstehe, warum das Kind die eine oder andere Sache nicht schaffen konnte.

Und doch wird später irgendwo stehen, er hat sich ständig bemüht. Im Zeugnis eine schlechte Note, als Eltern wahrscheinlich die beste, die wir kriegen können, denn darauf kommt es an.

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