Arbeitsamt: Männer arbeiten Vollzeit!

Das was ich vom Arbeitsamt erwartet habe, ist nicht besonders viel. Das, was ich erlebt habe, ist mehr als unterirdisch!

Also gut, arbeitssuchend melden – nötige Unterlagen besorgen – Unterlagen ausfüllen – WOW, geht inzwischen mehr recht als schlecht online – dann Termin Antrag einreichen

Das war wirklich schon eine Zumutung. Sobald ich den Antrag abgab, ging mein Gegenüber davon aus, dass was fehlt und pampte mich unfreundlich an. „Da fehlt ihre Seite vier!“ „Mit ihrer Seite vier kann ich nichts anfangen, ihr Onlineformular sagte mir, alles sei OK!“ „“Das werden wir ja sehen!“

Na die Seite vier war nie wieder Thema, also gehe ich davon aus, dass mein Antrag vollständig war, oder mein stoisches freundliches Lächeln diese Seite beinhaltet.

„Die Frist an ihren Arbeitgeber ist mit 2 Wochen viel zu kurz!“ Meine Erklärung spielte keine Rolle, denn der unnette Herr machte einfach weiter.

Dann ca. 3/4. Stunde Ruhe nur unterbrochen von Tastentippen oder Druckergeräusche. Dann die Mitteilung, dass ich die Summe x erhalte und der vorläufige Anrtag mir zugehe. Keine Ahnung, wofür ich da war, wahrscheinlich, um den Parkplatz zu füllen und freundlich zu lächeln zu üben.

Nächster Termin meine Vermittlerin. Termin 9:00 Uhr. Ich habe eine 3/4. Stunde vor der Tür gewartet. Über die Verspätung verlor die Mitarbeiterin kein Wort. Wir gingen gemeinsam meinen Lebenslauf durch, einige Stationen wurden nochmal nachgefragt, um dann mitzuteilen, dass mein Fall sehr schwierig sei.

„Wieso schwierig?“

 „Eine Teilzeitstelle, kann ich Ihnen hier nicht vermitteln.“ 

„Warum?“ 

Ü“Was soll ein Arbeitgeber denn mit Ihnen anfangen?“

„Mhm“

„Wissen sie, Teilzeit das machen nur Frauen! Da könnte ich vermitteln!“

„Hmm?“

„Wir haben hier im Haus eine zweite Vermittlungsabteilung für schwere Fälle!“

„Aha!“

„Die nennt sich Integrationsteam. Aber das ist nur der Name! Die sind halt für die schweren Fälle.“

„Ich verstehe immer noch nicht die schwere meines Falls!“

„Das liegt einfach an Ihrer Qualifikation, mit ihrer Ausbildung will sie kein Arbeitgeber nur morgens. Bei Frauenberufen wäre das anders!“

„Frauenberufen?“

„Na Verkäuferin oder Friseuse oder pflegende Berufe!“

„Klingt für mich jetzt ziemlich dumm und sexistisch.“

„Nein, dass ist halt so!“

„Könnten wir vielleicht darüber sprechen, dass mein Ziel nicht die Rückkehr in meinen Beruf ist?“

„Ich habe gesehen, Traumapädagoge, dafür gibt es keine Stellen!“

„Aha, aber die Flüchtlingsproblematik …“

„Das müssen Sie schon mir überlassen. Ich habe einen guten Überblick. Unser Ziel ist es, sie schnell wieder zu vermitteln.“

„Hmmh? Nochmals zurück zu meiner Teilzeit! Wo sehen sie das Problem?“

„Arbeitgeber erwarten von Männern Vollzeit!“

„Aha!“

  

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