Was ist’s, das funktioniert? 6

Das was scheinbar wirklich den Unterschied macht ist, dass wir die Kids, die uns anvertraut sind, nicht als krank ansehen.

Sie sind nicht krank, nicht gestört, nicht verrückt oder was auch immer man für Ideen entwickelt, wenn man mit traumatisierten Kindern arbeitet.

Sie sind auch nicht eingeschränkt oder stören! Der Beginn jeder Arbeit mit den Kindern ist ersteinmal, sie anzunehmen, mit all ihren Eigenarten. 

Nun für jeden Menschen gibt es eigene persönliche Grenzen. Diese für sich klar zu haben ist dabei entscheidend, denn hier beginnt der erste wichtige Abschnitt der Arbeit. Wie lässt sich verhindern, dass diese eigenen Grenzen überschritten werden. 

Ein Beispiel macht klar, was gemeint ist. Ist für mich der Diebstahl von Geld ein No-go, werde ich all mein Geld ständig sicher aufbewahren. Ist mein Schlafzimmrr tabu, halte ich es geschlossen. Was auch immer mir wichtig ist, muss ich schützen. Nicht  weil ich erwarte, dass die Kinder diese Grenzen überschreiten werden, sondern, um mich selbst und meine Grenzen zu sichern.

Wenn ich es nicht ertrage, mit lauten Kindern einkaufen zu gehen, vermeide ich es besser. Bin ich an einem Tag besonders empfindlich, was Lautstärke angeht, sorge ich für    Beschäftigung, in der Lautstärke nicht so negativ wahrgenommen wird. Draußen kann es soviel leiser sein.

So und dann geht es. Wenn ich alles so weit im Griff habe, dass die Kids sie selbst sein können und ich mit der Situation klarkomme, kann ich anfangen mit den Kindern zu leben, anfangen eine Beziehung zu Ihnen auf zu bauen. Dann kann ich anfangen, Ihnen zu helfen an den Bereichen zu arbeiten, die sie quälen.

Aber egal was für eine Reaktion der Kinder ich im Laufe des gemeinsamen Weges entdecke: Sie ist nicht krankhaft, sie ist nicht da um mich zu ärgern oder um irgendjemanden etwas Böses an zu tun. Das, was wir gemeinsam erleben ist eine verständliche Reaktion auf das, was das Kind erlebt hat.

Das heißt nicht, dass alles so bleiben darf wie es ist, denn die Kinder leiden unter den Reaktionen ihres Gehirns. Sie erleben Angst, Stress, extreme Unsicherheit und viel zu oft Unverständnis. Diese Angst zu mindern, Ihnen Wege aufzeigen, sich sicherer zu fühlen, den Stress ertragen zu können und um Verständnis zu kämpfen, genau das ist dann unsere Aufgabe.

Das geht nur, wenn die Beziehung so tragfähig ist, dass sie sich trauen die tiefsten Ängste und Befürchtungen die sie haben zu äußern. Und das ist meine Aufgabe, diesen Zustand herzustellen und zu erhalten.

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