Man stelle sich vor, …

einen Menschen, dersoviel Schrecken erlebt hat, dass

  • er niemandem vollends vertraut.
  • er ständig in der Gefahr lebt einen Teil seines Ichs abzuspalten, um Kontrolle über den Rest zu erhalten.
  • er die eigene Entwicklung eine Zeitlang komplett einstellt.
  • er auf ihm nicht vollständig bekannte Reize mit absoluter Panik reagiert.
  • er seine Gefühle nie vollständig kontrollieren kann.
  • er immer damit rechnet, dass man ihm Böses will.
  • er immer glaubt nicht genug für das Wohlwollen der anderen zu sein.
  • er Kontrolle über alles haben muss, um zu überleben.
  • er jede Nacht von Alpträumen geplagt ist.
  • er nicht sicher ist, ob das freundliche Gesicht ihm gegenüber auch eine freundliche Person repräsentiert.
  • er immer mit der Angst lebt, der Schrecken kommt zurück.

Vielleicht kann man sich dann vorstellen, wie es traumatisierten Kindern geht. Vielleicht.Edit

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Trauma vs ADHS

Wenn man die Symptome von ADHS nimmt und mit den Entwicklungsschritten traumatisierten Kinder vergleicht kommt man sehr schnell darauf, dass eine Verwechselung nahe liegt. Nur sind die Ursachen völlig unterschiedlich. Während bei ADHS inzwischen viele Untersuchungen einen neurobiologischen Befund nahe legen, gehen die neurobiologischen Modelle im Bereich Trauma weit auseinander. Mal finde ich Studien, in denen eine ständige Cortisolausschüttung zugrunde gelegt wird, mal Studien, in denen das Gegenteil behauptet wird, nämlich eine Hemmung des Hypokampus und somit eine verminderte Cortisolproduktion.

Ich glaube, es wird noch lange dauern, die wirklichen neurobiologischen Folgen eines starken Teaumas oder einer langanhaltenden ständigen Traumatisierung zu erkennen, da die Folgen nicht invasiv schwer zu untersuchen sind. Ich bin aber inzwischen davon überzeugt, dass nicht wenige Kinder auf ADHS positiv getestet werden, deren Symptome psychologischer Natur sind und somit auch zum großen Teil auf ein Trauma zurückzuführen sind.
Aber gegen Trauma hilft keine Tablette! Kein Gebet oder etwas anderes. Das einzige was meiner Überzeugung nach hilft, ist ständige Arbeit mit den Kindern.