Was ist es, das funktioniert? 5

Emphatie ist ein großes Wort. In viele. Bereichen, wird sie gefordert und gefördert. Aber ein anderes Wort fällt mir nicht ein. 

Für jedes meiner Kids ist es wichtig, im entscheidenden Augenblick aufmerksam zu sein. Das gelingt nicht immer. Und ehrlich gesagt habe ich immer das Gefühl, es gelingt viel zu selten. Aber in vielen Fällen gelingt es, schon komplett automatisch, ohne dass sie oder wir es bemerken.

Ängste oder Furcht sind häufig nicht konkret an einer Situation festzumachen. Sie sind da und nur sensible Menschen spüren sie. Und wie gesagt, dann das richtige Wort, meist ein Satz wie: „Ich habe wahrgenommen, dass Du …“ Hilft ungemein. Oder einfach eine Situation verlassen, sie entschärfen durch kleine Veränderungen.

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Aggressionsbewältigung

Aggression ist eine mächtige Waffe. Und das sowohl im Positiven, als auch im Negativen.

Und da Gefühle immer schwer zu kontrollieren sind, sind es Wut und Aggression auch. 

Ich persönlich habe noch nie ein Kind gesehen, das grundlos wütend geworden ist. Sie ist nicht angemessen, nicht adäquat, in ihrer Heftigkeit nicht OK, nicht vorher angekündigt oder richtet sich gegen Menschen oder Dinge, die unbeteiligt sind, aber sie ist nicht grundlos.

Einen vor Wut bebenden 5 Jährigen zu sehen, die Kraft zu spühren, die er in seiner Wut hat, ist schon sehr beeindruckend, aber noch beeindruckender ist es, zu sehen, dass er es schafft, diesmal nicht auszurasten. Dieses eine Mal nur zu beben, seinen Unmut zu äußern und diese Kraft, die über ihn kommt auszuhalten, ist für mich viel berindruckender. 

Ich glaube auch nicht, dass diese Wut irgendwann verschwindet. Sie ist da und wird es immer sein, denn die Ursache der Wut bleibt wie ein Schatten in seiner Persönlichkeit. Sie ist garnicht im hier und jetzt begründet und wird auch nicht wirklich schwächer mit Der Zeit, aber er lernt mehr und mehr sie zuzuordnen. Vielleicht, wenn meine Kinder groß sind werden sie mit therapeutischer Begleitung einen Weg finden, die Vergangenheit zu bearbeiten, jetzt können wir Ihnen nur helfen, die Gegenwart zu ÜwAabewältigen.

Was ist es, dass funktioniert 4

Eines der entscheidenden Merkmale von meinen Kindern ist, dass sie sich häufig in Situationen befinden, in denen sie sich nicht als sie selbst wahrnehmen. Ohnmächtig, übermannt, Überrannt von dem was mit ihnen passiert. Und das, was ihnen immer wieder hilft ist Ruhe und Gelassenheit. Ruhe, um sich zu beruhigen, um den Stress abzubauen und Gelassenheit, um die Erkenntnis, nicht anders handeln zu können nicht selbst zum Problem werden zu lassen. Es macht keinen Spaß zum hundertsten Mal klar zu machen, dass es nicht tolerabel ist, einzunässen, nur weil man mit einer Reaktion nicht einverstanden ist, aber es wird zum Problem, wenn man nicht versteht, dass es aktuell die einzige Möglichkeit ist, zu reagieren. Denn dann entsteht ein Kreislauf, der noch schlimmer als ein Perpetuum Mobile ist, denn das erneute Einnässen ist irgendwann die Reaktion auf das vorherige Einnässen.

Schafft man es aber, diesen Kreislauf garnicht erst entstehen zu lassen, sondern gelassen klar zu machen, dass a) das Einnässen nicht ok ist, man aber b) bereit ist jede andere Form des Protestes annimmt, kann dieser Kreislauf durchbrochen werden.

Aber wie bereits geschrieben, die Ruhe, vielleicht besser Zeit zur Beruhigung ist genauso wichtig. Ein Kind, dass gerade wütend schreit, kann nicht empfänglich sein für egal welche Hilfe oder Argumente. 

Und nicht nur ein Wutanfall ist ein Zeichen für diesen Zustand, in dem traumatisierte Kinder reaktionsunfähig sind. Das eben genannte Einpinkeln oder totale Aktionsunfähigkeit können ebenso ein Zeichen sein für einen Zustand, in dem sich das Kind in einer Schleife befindet, aus das es keinen Ausweg hat. 

Erst wenn Zeit ins Land geht, und eine Aktion möglich ist, kann das Kind wieder agieren und somit versuchen etwas zu verändern.