Paradoxe Wahrnehmung

Oft macht es einen völlig verrückt zu sehen, welche Strategien traumatisierte Kinder entwickeln.

Unser jüngster wurde vor kurzem von Außen massiv verunsichert. Ließ sich leider nicht verhindern. Ein Satz einer Verfahrenspflegerin reichte. „Deine Mama will Dich zurück.“ Und schwupps ein Jahr Entwicklung zurückgedreht.

Alle Regeln und Vereinbarungen werden in Frage gestellt. Das bemerkenswerte war aber vor allem, dass es nicht möglich war ihn mit den bisherigen Methoden wieder einigermassen in die Spur zu bekommen.

Gerade der Kindergarten berichtete von Aktionen, die scheinbar weit hinter uns lagen. Da wurden Kinder gebissen, Erzieher getreten und genauso wie zu Hause alle Regeln verletzt, die möglicherweise verletzbar sind.

Das Ergebnis war natürlich nicht das, es zu einer Beruhigung der Lage kam. Aber genau das musste geschehen. Diese Aufregung, schlechte Stimmungen und Gespräche der Erwachsenen wirkten natürlich noch zusätzlich als Verstärker. Und dann eine ganz einfache Kombination von Veränderungen drehte die Schraube zurück. Wie immer erstens die Mitteilung: Wir ahnen, wie es in Dir aussieht! Dieses Mantra: Wir sehen Dich, wir versuchen Dich zu verstehen, wir sehen Dein Unwohlsein! Ist immer der erste Schritt. Und dann wurden Reaktionen auf Taten und „Untaten“ wieder viel näher an die Tat gebracht. Das Ergebnis sofort sehen, sofort kontrollieren und bei Erfolg zumindest darauf eingehen, bei Misserfolg ebenso. Und zu guter letzt etwas, was sich zumindest bei unserem kleinen als Erfolgsgarant herausstellt. Ihm seine Kontrollmöglichkeiten aufzeigen und klarmachen. Wenn eine Situation zu eng und zu verrückt wird, gehe aus der Situation: Du darfst Dir jederzeit eine Auszeit nehmen.

Im Kindergarten war es ein manchmal von Erziehern genutzter Ort, zu dem die Kinder geschickt wurden, wenn die Erzieher meinten die Kinder benötigten ein bischen Abstand sich zu beruhigen. Nun war es unser Kleiner, der diesen Ort – ausserhalb der Gruppe einforderte. Und schon half ihm diese Kontrolle, dass es ihm besser ging. Da er sich selbst dieses Stück Ruhe holen konnte, wenn alles zuviel wurde konnte er insgesamt ruhiger werden.

Nicht, dass er wirklich oft dort Platz nahm, das Gefühl zu wissen, da kann ich hin, wenn es nicht mehr geht reichte, um vieles abZufedern.

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