das Kind hat immer recht

Immer wieder haben wir im Laufe unserer Arbeit Probleme mit Institutionen, wenn wir diese mit Gefühle und Ängsten unserer Kinder konfrontieren.

Dieses Problem hat mindestens zwei Seiten. In diesem Fall möchte ich mich ersteinmal mit der Seite des Kindes beschäftigen:
Ein Kind lügt nie! Dies ist mehr als nur meine feste Überzeugung!
Die Unwahrheit sagen, eine Notlüge verwenden hat damit nichts zu tun. Was aber entscheidend ist, ist dass ein Kind das Angst hat, körperliche Symptome zeigt, wie Bauchschmerzen oder bestimmte Menschen oder Situationen ablehnt in erster Linie in unserern Augen die Wahrheit sagt. Und das vollkommen bedingungslos. Institutionen wie Kindergärten wollen dann gerne die Situation klären, indem sie feststellen, dass Sie nichts gemacht haben, dass diese Situation hervorgerufen hat. Daraus entstehen die irrwitzigsten Situationen. Ein Beispiel, welches lang genug her ist:
Unserer Älteste war der festen Überzeugung ihre leibliche Mutter in einer bestimmten Spielsituation im Kindergarten gesehen zu haben. Ergebnis: Verweigerung, Angst und Verunsicherung. Wie es sich für eine gute Zusammenarbeit gehört teilten wir dem Kindergarten dieses mit.

Im Gespräch wurde die gesamte Zeit über nur diskutiert, dass unsere Aussage falsch wäre:
– das Kind zeigt diese Angst hier nicht
– das kann nicht sein, dass die Mutter hier war
– das Kind will sich nur wichtig machen und uns gegen einander ausspielen
– bei uns ist das Kind sicher…

Es war nicht möglich klar zu machen, dass all diese Aussagen unseren nur insofern widersprechen, dass für uns klar ist und bleibt, das Kind und wir lügen nicht und wir müssen darauf reagieren.

Ja, vielleicht war die Mutter nicht am Fenster. Aber warum ist es nicht möglich, dass das Kind nicht mehr in diesem Raum spielen muss.

Ja vielleicht sehen die Mitarbeiter diese Angst nicht, vielleicht zeigt das Kind diese Angst sogar im Kindergarten nicht. Uns berichtet es aber von dieser Angst und damit ist sie real.

Wie sich später zeigte, war die Mutter tatsächlich in unsere Stadt gezogen. aber natürlich sagt das immer noch nicht, dass sie die Mutter im Kindergarten gesehen hat. Aber vielleicht unerwartet irgendwo sonst.

Die Angst der Institution, angeklagt zu werden war größer, als der Wunsch, die Aussage zu akzeptieren und etwas zu verändern, selbst als wir konkrete Vorschläge machten. Es blieb lediglich dabei, dass die Situation als unwahr und falsch dargestellt wurde. Schade, unser Kind hatte dort Freunde gefunden, aber es geht unmöglich, die Situation

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