Warum tue ich mir das an?

Heute ist wieder mal so ein Tag, an dem ich mich das frage! Man wird von Behörden gegängelt, diffamiert und mit Problemen belastet, die völlig sinnlos sind, warum? weil man sich für seine Kinder einsetzt.

WARUM?

Ich kann und darf jetzt nicht ins Detail gehen, das kommt aber sicher später.

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nicht schon wieder Krankenkasse

Es passiert jetzt zum zweiten Mal, dass wir durch Zufall erfahren, dass eines unserer Kinder nicht, bzw. nicht mehr krankenversichert ist.

Nicht weiter schlimm, man gewöhnt sich an alles und beginnt Steategien für soetwas zu entwickeln.

Aber es sorgt doch für Aufregung. Ein Aufruf an alle Pflegeeltern, Erziehungsstellen, …

Nehmt eure Kinder in Eure Familienversicherung auf.

Ärger mit Ärzten, Therapeuten etc brauchen wir alle nicht und alles was man selber tut ist wenigstens getan.

Veränderungen und ihre Auswirkungen

Alle Veränderungen geschehen langsam und sind leider fast immer reversibel. Aber sie passieren. Es hilft sehr, sich manchmal Abstand zu nehmen und auf die Vergangenheit zurückzublicken.

Eines unserer Mädchen ist immer noch unsicher an uns gebunden. Als sie zu uns kam war Nähe und Distanz ein Thema. Fremde Leute ansprechen und fast schon zu bedrängen war an der Tagesordnung.

Und sich die Entwicklung bewusst zu machen, ist der eigendliche Spaß. Fremde Personen werden heute zumeist ersteinmal mit Abstand observiert, dann vorsichtig abgetastet. In ihrem Verhalten ist nun deutlich zu sehen, sie hat einen inneren Kreis definiert, eine zweite größere Menge um sie herum, die ein gewisses Vertrauen genießen und alle außerhalb sind ersteinmal Unbekannte, die beweisen müssen, dass sie Vertrauen verdienen.

Und zu sehen, dass diese Unterscheidung nun, nach so langer Zeit da ist, auch wenn sie auch heute noch nicht ganz konsistent ist, ist ein gutes Gefühl.

Angst

Ängste sind der ständige Begleiter unserer Kinder. Nicht nur die normalen Ängste, wie Gewitter, plötzlicher Krach oder Dunkelheit, sondern eher für jedes Kind sehr spezifische Ängste, wie die Angst vor vielen Menschen oder die Angst vor der Wut von Erwachsenen.
Das spannende ist, das zum einen auch hier gilt, kann ich die Angst benennen bin ich schon viel weniger ängstlich, zum anderen reicht das aber natürlich nicht.
Was aber sehr hilft ist Verständnis. Diese Angst, scheint sie auch noch so unverständlich ernst nehmen. Denn sie ist real.
Ich kriege immer einen Fön, wenn ich von Eltern höre: Stell Dich nicht so an! Ein schrecklicher Satz.
Dabei schaffen es meine Kinder immer wieder, sich ihren Ängsten zu stellen. Zumindest mit Unterstützung. Und jede dieser positiven. Erfahrungen hilft ein bischen.
Aber manchmal hilft es, das ich eher vorsichtige Kinder habe. Denn diese zögerliche Vorgehensweise ist es, die sie auszeichnet.

Kranke Kinder sind echt doof!

Eines meiner Kinder ist aktuell sehr krank. Das allein ist schon anstrengend genug. Doktorenbesuche, zusätzliche Betreuungszeiten, ….

Das anstrengendste ist jedoch nicht das kranke Kind, sondern sind die eigendlich gesunden Kinder. Für sie ist es schwierig zu beobachten, dass ein Kind mehr Aufmerksamkeit bekommt, als sie. Die Faktoren Versorgung und Aufmerksamkeit sind für meine Kinder halt besonders wichtig. Dabei geht es nicht um Gerechtigkeit, sondern um das allen innewohnende Bestreben im Zentrum zu stehen.

Es bleibt anstrengend, aber wenigstens etwas hilft es, ihren Fokus nach aussen zu verschieben, sie so weit es geht darauf aufmerksam zu machen, dass das kranke Kind gut versorgt ist und wenn es geht, sie an der Versorgung teilhaben zu lassen.

Die Ungerechtigkeit der Gegenwart ist durch die Hoffnung auf eine gut versorgte Zukunft viel leichter zu ertragen, auch wenn es ungerecht bleibt.

DLF: Ist Blut dicker als Wasser?

Tolle Reportage im DLF gehört. Sehr einfühlsam werden dort 5 Fälle beleuchtet, indenen von allen Seiten mit Kindeswohl argumentiert wird. Das Ergebnis der im Umfeld von Pflegekinder handelnden Personen, was Kindeswohl ist, fällt jedoch deutlich unterschiedlich aus.

Kindertherapeut: Das Wohl eines Kindes ist vor allem an geordneten klaren Strukturen in liebevoller Umgebung.

Richter: Kinder haben das Recht auf ihre biologischen Eltern und somit entspricht die Zusammenführung von Familien immer dem Kindeswohl.

Pflegeeltern: Eine Beobachtung der. Kinder lässt das Wohl des Kindes gut erkennen.

Jugendamt: Eine durchgehende staatliche Förderung ist, auch wenn es die vielleicht beste Situation für die Kinder wäre, nicht finanzierbar, wenn das Kind zu seinen Eltern zurück könnte.

Therapeuten der Eltern: Eine Zurückführung zu den Eltern stabilisiert diese und dient damit dem Kindeswohl.

Dies verdeutlicht sehr schön, in welche Konflikte Pflegeeltern geraten können:
Pflegeeltern haben nur wenig Rechte, es geht soweit, dass ihnen Informationen vorenthalten werden. Die persönlichen sicherlich wichtigen Einschätzungen zu der Situation der Kinder spielen vor Gericht und vielen anderen Institutionen keine Rolle. Auch wenn es für die eigenen Beziehungen zu den Kinder schwierig ist, die Anordungen und Entscheidungen der anderen Institutionen ist unbedingt Folge zu leisten.

Aber, aus eigener Erfahrung: So schnell wie möglich mit Profis umgeben. Die Einschätzung eines Arztes, Therapeuten, … ist nicht so schnell bei Seite zu wischen, wie die „Meinung“ von Pflegeeltern. Das Gespräch suchen, auch wenn es durch eine Beschwerde erzwungen wird. Und auch auf den Gang zu Gericht nicht verzichten.

Es ist mehr als schwierig, allein in weiten Teilen des Jugenamtes ist man der Meinung, dass die Eltern ja bezahlt werden und daher mal nicht so tun sollten.

Jede Unterbringung in einem Heim ist weitaus teurer und Pflegeeltern kosten ein Bruchteil. Für viele Kinder wäre eine Heimunterbringung mit Sicherheit nicht die richtige.

Und ich glaube, dass wie immer die Langzeitkosten nicht berücksichtigt werden.

Auch wenn es sehr oberflächlich argumentiert ist: Ich bin mir sicher, jedes meiner Kinder wäre, wenn es in seiner Umgebung geblieben wäre, in seinem späteren Leben nicht überlebensfähig. Ich glaube ihre Chancen, eine Berufsausbildung zu machen und später ein selbstständiges Leben zu führen sind weitaus größer dadurch, dass sie bei uns leben. Und die Folgekosten allein durch diesen Umstand sind enorm.