Das Kind im Kind im Kind

Das was jetzt folgt ist weder wissenschaftlich belegt, noch irgendwie anders abgesichert, aber ein schönes Bild für uns und andere die Kinder zu verstehen.

In unseren Kindern sind viele Kinder, es gibt das Baby, das Kleinkind, das pubertierende Kind, … und viele mehr.

Diese Kinder sind – Gott sei Dank – nicht abgespalten, sondern wie Matruschken ineinander gestapelt.

Ein Beispiel: Lernen ist für traumatisierte Kinder oft ein Problem. Man hat manchmal das Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen, weil es den Anschein hat, nichts wird gespeichert. Nach unserer Erfahrung ist dem aber nicht so. Die Frage ist eher, ist es vom „jetzigen“ Kind abrufbar? Stress führt immer dazu, dass sich das Kind in eine innere Schale zurückzieht und dann ist die Erfahrung des grösseren Kindes nicht abrufbar. Die kleineren Kinder scheinen sich aber auch nicht mehr weiter zu entwickeln. Also muss sowohl beim Lernen, als auch beim Abrufen des gelernten ein Zugriff auf das „große“ Kind geschaffen werden. Und genau dass zu erreichen ist die Schwierigkeit, nicht das eigendliche Lernen.

Anderes Beispiel: Eines unserer Kinder ist wie viele Pflegekinder Late Talkerin. Alles ist gut, Stück für Stück holt sie auf. Aber: Was, wenn Sie sich unwohl fühlt? Wenn die Situation Streß beinhaltet kommen die alten Verhaltensmuster und je nach Streß ist die Ausprägung von sehr undeutlicher Sprache bis zur Verweigerung.

Die erworbene Sprachfähigkeit ist nur abrufbar, wenn alles stimmt.

Es gibt noch tausende Beispiele mit den Themen Einnässen, Essen verstecken, Schreiattaken, …
Alles ist eines gemein, die Kinder können in diesen Situationen nicht agieren, sie können nicht handeln, da sie keinen Zugriff auf die Erfahrungen und Kenntnisse haben. Erst wenn die Situation geklärt ist, der Stress verarbeitbar geht es weiter. Egal was wir, Schulen oder wer auch immer will. Nur die Geduld hilft.

Urlaub

In den Urlaub zu fahren, ist für die Kinder und für uns ein schöner und wichtiger Teil unseres gemeinsamen Lebens.

Der wichtigste Anlaufpunkt ist hier ein Campingplatz. Er bietet den Kindern eine Vielzahl an neuen Freunden. Ist aufgrund det Andersartigkeit der Situation eine gute Möglichkeit Regeln zu verändern. Etwas, was unseren Kindern sonst wenig gefällt.

Und doch bringt jeder Urlaub auch Stress. Im letzten Sommerurlaub wollte der jüngste Teilnehmer nach zwei Wochen nicht mehr. Er hatte Heimweh.

Und dann: Er brachte seine ganze Kraft und Energie auf, den Urlaub zu beenden. Und dies mit allen Möglichkeiten, die er so hat. Einnässen, Rummeckern, Stressmachen.

Erst, als wir ihm klarmachten, dass wir seine Signale erkannt und verstanden haben, aber wir diejenigen seien, die das Ende des Urlaubs bestimmen würden. Wurde es besser und das, obwohl er seinen Willen nicht bekommen hat.

Die Erkenntnis, ja ist angekommen, aber die Entscheidung ist eine Erwachsenenentscheidung und die kannst Du wohl beeinflussen, aber nicht selber treffen, reichte ihm, wieder Spass am Urlaub zu haben.